Fragen rund um den Bauch

Ich leide oft unter einem Blähbauch in Verbindung mit  Bauchkrämpfen. Liegt das an der Ernährung oder könnte auch eine andere Ursache vorliegen?

Es kann natürlich an der Ernährung liegen. Man soll eine Eliminationsdiät durchführen, d.h. Weglassen von einzelnen Lebensmittelprodukten, z.B. Milch und beobachten, ob darunter die Beschwerden besser werden. Im Zweifelsfall kann Ihnen der Hausarzt immer einen wichtigen Tipp geben, bzw. eine entsprechende Diagnostik einleiten, z.B: Laktosetoleranztest.    

Chronische Bauchschmerzen, was kann ich tun?

Wenn die Schmerzen seit längeren Zeit bestehen, empfehle ich auf jeden Fall einen Besuch bei einem Arzt. Hinter solchen Beschwerden können verschiedene Ursachen stecken. Einen Arztbesuch empfehle ich, wenn solche Beschwerden von Appetitlosigkeit, Gewichtabnahme, Abgeschlagenheit, Durchfällen oder Fieber begleitet sind. Durch eine Untersuchung, Blutentnahme oder Ultraschall der Bauchorgane lässt sich in meisten Fälle eine Diagnose stellen.

Was kann ich gegen Sodbrennen tun? Wie kann ich vorbeugen?

Sodbrennen ist ein Symptom einer Refluxkrankheit, einer Krankheit die durch den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre bedingt ist.  Ca. 7 % der Deutschen leiden regelmäßig unter dem Sodbrennen. Das Sodbrennen wird meist als brennender, stechender Schmerz im Hals oder Brustkorb bezeichnet. Der Schmerz kann individuell unterschiedlich hoch lokalisiert sein. Heutzutage verfügen wir über Medikamente, die die Produktion von der Magensäure unterdrücken -  Protonenpumpenhemmer (PPI) – und dadurch die Beschwerden lindern können. Wenn das Sodbrennen von keinen der so genannten „Alarmsymptome“ wie: Schluckstörungen, Bolusobstruktionen oder ungewollter Gewichtsverlust begleitet ist, kann man eine Therapie mit PPI über zwei Wochen versuchen. Sollten die “Alarmsymptome“ da sein, die zwei Wochen Therapie ohne Erfolg bleibt oder Sie irgendwelche Bedenken haben, ist ein Arztbesuch unvermeidbar, zumal das Brennen hinter dem Brustbein als Ausdruck z.B. einer Herzkrankheit sein kann !!! Eine Umstellung des Lebensstil und der Diät kann auch hilfreich sein, z.B.:

  • Vermeiden von voluminösen Mahlzeiten und sauren Speisen (Zitrusfrüchte, Tomaten etc.), Alkohol, Kaffee, Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch und Pfefferminz
  • Vermeiden von fetthaltigen Speisen
  • Vermeiden der horizontalen Körperposition bis 4 h nach dem Essen
  • Kauen pfefferminzfreies Kaugummi nach dem Essen
  • Vermeiden enger Kleidung um die Hüfte
  • Gewichtsreduktion Nikotinabstinenz

Warum wird der Bauch nach schwerem Essen hart?

Magen-Darm-Beschwerden wie  Völlegefühl, Blähungen oder Schmerzen im Oberbauch sind häufige Folgen von fettreichen Mahlzeiten. Überschüssiges Fett staut sich und kann zu Gärungsprozessen führen. Der Bauch kann sich danach hart anfühlen.  Solche Beschwerden können jedoch ein erstes Symptom einer Krankheit sein. Versuchen Sie fettarm zu essen. Wenn keine Besserung der Beschwerden darunter auftritt, suchen Sie einen Arzt auf.

Man hört oft von einem "nervösen Magen". Was heißt das genau?

Der  „nervöse“ Magen auch als  Reizmagen  bekannt wird in der Fachsprache funktionelle Dyspepsie genannt.  Er äußert sich in verschiedenartigen, diffusen Beschwerden des Verdauungssystems.

Entsprechend der aktuell gül­tigen Definition liegt eine Funktionelle Dyspepsie vor, wenn mindestens eines der folgenden Symptome während 3 letzten Mona­ten  aufgetreten ist:

  • störendes Völlegefühl nach dem Essen
  • beschleunigtes Sättigungsgefühl,
  • Oberbauchschmerzen,
  • Brennen im Oberbauch

Es muss aber ausdrücklich betont werden, dass eine Diagnostik zum Ausschluss einer organischen Ursache der Beschwerden durchgeführt werden muss !! Dazu gehört u.a. klinische Untersuchung durch einen Arzt und ggf. auch eine Gastroskopie („Magenspiegelung“) oder Sonographie der Oberbauch.

Möglich ist eine Kombination der typischen Beschwerden mit psychischen Komponenten wie depressive Verstimmungen, Angst, Gefühle der Überforderung, Atem- und Herzbeschwerden, Schalflosigkeit, Unruhe.

Ist es schlimm, dass ich meinen zu dicken Bauch mit einem engen Gürtel zusammendrücke?

Ja, das ist schlimm. Es tut weh, erschwert Atem, kann zum Kollaps führen. Hier empfehle ich ausdrücklich eine Gewichtreduktion.